Digitale Grundbildung: Warum sie Jugendliche stark macht
Pflichtfach seit 2022/23, fünf Kompetenzbereiche, vier Jahre - und was im Unterricht wirklich hilft, von Medienkompetenz über Coding bis KI.
Digitale Grundbildung ist in Österreich seit dem Schuljahr 2022/23 Pflichtfach an Mittelschulen und AHS-Unterstufen: mindestens eine Wochenstunde in der 5. bis 8. Schulstufe. Warum das Fach für Jugendliche so wichtig ist, was der Lehrplan je Klasse verlangt und wie Kurse zu Digitaler Grundbildung, Coding und KI den Unterricht tragen - für Lehrkräfte und Schulleitungen.
Digitale Grundbildung ist seit dem Schuljahr 2022/23 ein eigenes Pflichtfach an Mittelschulen und AHS-Unterstufen. Unterrichtet wird es in der 5. bis 8. Schulstufe mit mindestens einer Wochenstunde, benotet wie jedes andere Fach. Das Ziel steht im Lehrplan: Medienkompetenz, Anwendungskompetenz und informatische Kompetenz, damit Jugendliche sich in einer digitalen Welt orientieren und mündig handeln können.
Digitale Grundbildung in drei Zahlen
- 2022/23: Pflichtfach seit diesem Schuljahr, davor verbindliche Übung
- 4: Jahreswochenstunden mindestens - 5. bis 8. Schulstufe
- 5: Kompetenzbereiche: Orientierung, Information, Kommunikation, Produktion, Handeln
Warum Digitale Grundbildung für Jugendliche so wichtig ist
Verstehen statt nur bedienen (Mündig: Ziel des Lehrplans: Orientierung und mündiges Handeln)
Der Lehrplan verlangt, dass Schüler:innen digitale Anwendungen erkunden, kritisch hinterfragen, verantwortungsvoll nutzen und selbst gestalten - nicht nur richtig anklicken. Wer weiß, wie ein Feed oder eine Suchmaschine sortiert, lässt sich weniger leicht lenken.
Sicher im Netz, bevor etwas passiert (Schutz: steht ausdrücklich als Ziel im Lehrplan - im Sinne des Kinderschutzes)
Phishing, Fake News, Cybermobbing, Cybergrooming und Identitätsdiebstahl sind Lehrstoff, ebenso sichere Passwörter, Zwei-Faktor-Anmeldung und der Schutz persönlicher Daten. Prävention wirkt dort am besten, wo alle sitzen: im Pflichtunterricht.
Digitales Problemlösen ist eine eigene Kompetenz (509: Punkte Österreichs im digitalen Problemlösen, PISA 2025 - OECD: 500)
OECD-weit erreicht nur die Hälfte der 15-Jährigen das Niveau im digitalen Problemlösen gemeinsam mit Lesen, Mathematik und Naturwissenschaft. Digitale Kompetenz kommt nicht nebenbei mit - sie braucht eigene Unterrichtszeit.
Chancengleichheit entsteht im Regelunterricht (Chancen: gleichberechtigte Zugänge verlangt der Lehrplan ausdrücklich)
Laut PISA 2025 profitieren Jugendliche von KI, wenn sie gelernt haben, ihre Antworten zu beurteilen - diese Gelegenheit haben häufiger Kinder aus begünstigten Elternhäusern. Ein Pflichtfach erreicht jedes Kind, unabhängig davon, was zu Hause möglich ist.
Grundlage für Informatik und Berufswahl (9.: Schulstufe: Hier setzt Informatik auf der Digitalen Grundbildung auf)
Der Lehrplan dient laut Bildungsministerium zugleich als Vorbereitung auf den Informatikunterricht der 9. Schulstufe. Ab der 3. Klasse geht es auch darum, wie Digitalisierung berufliche Möglichkeiten verändert. Programmieren und KI-Verständnis sind keine Nische mehr, sondern Grundausstattung für fast jeden Beruf.
„Ziele der Digitalen Grundbildung sind die Förderung von Medienkompetenz, Anwendungskompetenzen und informatischen Kompetenzen, um Orientierung und mündiges Handeln im 21. Jahrhundert zu ermöglichen." - Lehrplan Digitale Grundbildung, Bildungs- und Lehraufgabe, BGBl. II Nr. 267/2022
Was im Lehrplan der Digitalen Grundbildung steht
Der Lehrplan verbindet drei Bereiche: Medienbildung, informatische Bildung und Gestaltungskompetenz. Jedes Thema wird aus drei Blickwinkeln bearbeitet, dem Frankfurt-Dreieck: technisch (T - wie funktioniert es?), gesellschaftlich (G - was macht es mit uns?) und interaktionsbezogen (I - wie nutze und gestalte ich es?).
- Didaktisch empfiehlt der Lehrplan erfahrungs-, gestaltungs- und problemlösungsorientierte Methoden: kritisches Denken, Design Thinking, forschendes und spielerisches Lernen.
- Informatische Bildung orientiert sich an den 4 Ks - kritisches Denken, Kreativität, Kommunikation, Kollaboration - und am Computational Thinking.
- Buben und Mädchen sollen gleichberechtigte Zugänge erhalten; Inhalte und Methoden sind laufend an die Dynamik der digitalen Welt anzupassen.
Die fünf Kompetenzbereiche
- Orientierung: gesellschaftliche Aspekte von Medienwandel und Digitalisierung analysieren und reflektieren
- Information: verantwortungsvoll mit Daten, Informationen und Informationssystemen umgehen
- Kommunikation: mit digitalen und medialen Systemen kommunizieren und zusammenarbeiten
- Produktion: Inhalte digital erstellen, Algorithmen entwerfen und programmieren
- Handeln: digitale Angebote einschätzen und verantwortungsvoll nutzen
Lehrstoff von der 1. bis zur 4. Klasse
Eine Auswahl aus dem Lehrplan - von den Grundlagen bis zu Künstlicher Intelligenz:
1. Klasse (5. Schulstufe)
Eingabe, Verarbeitung, Ausgabe; wie Suchmaschinen arbeiten; persönliche Daten schützen; Algorithmen als eindeutige Anleitungen; Sequenzen und einfache Schleifen.
2. Klasse (6. Schulstufe)
Wie das Internet Daten überträgt; Geschäftsmodelle von Social Media; Fake News und Phishing; erste eigene Programme schreiben, testen und Fehler beheben; Urheberrecht.
3. Klasse (7. Schulstufe)
Wie Künstliche Intelligenz Software und Geräte steuert; Computational Thinking; Cloud, Passwörter, Zwei-Faktor-Anmeldung; Cybermobbing und Cybergrooming.
4. Klasse (8. Schulstufe)
Grenzen und Möglichkeiten von KI; Programme mit verschachtelten Schleifen und Bedingungen; Bild-, Ton- und Datenmanipulation; Filterblase; Datenschutz nach DSGVO.
Ein junges Fach, das schneller wächst als jedes Schulbuch
Vom Betriebssystem bis zur generativen KI: Der Lehrplan selbst verlangt, Inhalte und Methoden laufend anzupassen. Für Lehrkräfte heißt das viel Vorbereitung - oder Material, das fertig aufbereitet ist und mit dem Fach mitwächst.
Welchen Beitrag die TalentsLounge leistet
Die TalentsLounge ist eine österreichische Lernplattform mit Gütesiegel Lern-Apps und Teil des Marktplatz Lernapps. Drei Kursreihen setzen genau dort an, wo der Lehrplan der Digitalen Grundbildung am meisten verlangt: Grundwissen, Programmieren und Künstliche Intelligenz. Alle laufen im Browser, ohne Installation und ohne Vorkenntnisse.
ABC der Digitalen Grundbildung
Sieben Lektionen entlang der Themenbereiche des Lehrplans - Betriebssysteme, digitale Kommunikation, Gesellschaft, Mediengestaltung, Sicherheit, technische Problemlösung und Urheberrecht. Jede Lektion: ein kurzer Erklärfilm und ein Quiz, in einer Unterrichtseinheit zu schaffen.
- Fachlich begleitet von HS-Prof. Mag. Dr. Sonja Gabriel (KPH Wien/Krems), gefördert von der Innovationsstiftung für Bildung.
- Keine feste Reihenfolge: Den Sicherheits-Block zieht man vor, wenn in der Klasse gerade etwas vorgefallen ist.
- Der Film übernimmt den Input - die Stunde bleibt frei für Gespräch und die Fälle aus der eigenen Klasse. Auch als Hausübung einsetzbar.
Coding & Game Design mit Scratch
Der Kompetenzbereich Produktion verlangt Schleifen, Bedingungen und das Finden von Fehlern. Im Grundkurs baut jede:r Schritt für Schritt ein eigenes Spiel - mit Steuerung, Gegnern, Sammelobjekten und Highscore.
- Erst spielen, dann nachbauen, dann umbauen: Die Klasse zerlegt zuerst das fertige Spiel „Freddy der Fisch“ und baut die Effekte danach selbst.
- Die volle Reihe füllt rund zehn Unterrichtseinheiten; Scratch läuft direkt im Browser.
- Der Aufbaukurs führt weiter zu einem Labyrinth-Spiel mit Sprung, Schuss, Timer, mehreren Levels und Multiplayer - passend zu den verschachtelten Schleifen der 4. Klasse.
KI-Grundlagen
Ab der 3. Klasse steht Künstliche Intelligenz im Lehrplan. Im Kurs trainiert die Klasse selbst eine Bilderkennung, stellt einem Roboter Belohnungen ein und entlarvt Halluzinationen und verzerrte Daten. Vier Lektionen, sechs Lernspiele, in 90 Minuten machbar.
- Aus „Magie“ wird ein nachvollziehbares Verfahren: Muster, Daten, Belohnung, Fehler - und der Mensch bleibt die letzte Kontrollinstanz.
- Datenschutz und die Kernideen des EU AI Act sind altersgerecht eingebaut.
- Für die Sekundarstufe II gibt es dieselben vier Stationen mit Fachbegriffen, Datensatz-Audit und EU AI Act.
So ordnen sich die Kurse im Lehrplan ein
- Orientierung und Handeln: ABC der Digitalen Grundbildung, KI-Grundlagen (Grenzen und Möglichkeiten von KI)
- Information und Kommunikation: ABC der Digitalen Grundbildung, KI-Medienbildung (Fake News, Deepfakes, Quellen prüfen)
- Produktion: Coding & Game Design mit Scratch - Grund- und Aufbaukurs
Das Portfolio für Digitale Grundbildung, Coding und KI
Alle Kurse sind für den Regelunterricht gebaut und über den Marktplatz Lernapps bestellbar. Jede Kachel führt zur Kursseite mit Lernzielen, Lektionen und Einsatz im Unterricht - ansehen geht ohne Anmeldung.
- ABC der Digitalen Grundbildung - /marktplatz/kurs/abc-der-digitalen-grundbildung
- Coding & Game Design mit Scratch - Grundkurs - /marktplatz/kurs/coding-game-design-scratch-grundkurs
- Coding & Game Design mit Scratch - Aufbaukurs - /marktplatz/kurs/coding-game-design-scratch-aufbaukurs
- KI-Grundlagen für die Sekundarstufe I - /marktplatz/kurs/ki-grundlagen-sek-1
- KI-Grundlagen für die Sekundarstufe II - /marktplatz/kurs/ki-grundlagen-sek-2
- KI-Medienbildung: AI Literacy - /marktplatz/kurs/ki-medienbildung-ai-literacy
Digitale Grundbildung, Coding & Game Design
ABC der Digitalen Grundbildung, Scratch-Grund- und Aufbaukurs und Berufe entdecken in einem Paket. 6. bis 8. Schulstufe.
KI-Grundlagen
Künstliche Intelligenz erleben, verstehen, anwenden - je ein Paket für die 5. bis 8. und für die 9. bis 13. Schulstufe.
KI-Medienbildung: AI Literacy
Fake News und Deepfakes erkennen, Quellen bewerten, Plattformlogiken verstehen. Ab der 8. Schulstufe.
Bezahlt aus dem Budget des Ministeriums, nicht von der Schule
Jedes Paket kostet 11,80 € je Schüler:in oder 1.290 € als Schullizenz und wird aus dem Marktplatz-Budget bezahlt, das das Bildungsministerium je Schüler:in bereitstellt. Bestellschluss 2026/27: 25. Oktober 2026. Details im Überblick zum Marktplatz Lernapps.
So starten Lehrkräfte
Kostenloses Konto anlegen
Das Lehrkräfte-Konto ist in wenigen Minuten angelegt, ohne Bestellung.
Testklasse ausprobieren
Eine Testklasse ist inklusive - jeden Kurs so sehen, wie die Klasse ihn sieht.
Paket bestellen
Über den Marktplatz Lernapps bis 25. Oktober 2026, aus dem Budget des Ministeriums.
Fragen live klären
In den Online-Sprechstunden mehrmals pro Woche, bis 23. Oktober.
Häufige Fragen zur Digitalen Grundbildung
Was ist Digitale Grundbildung?
Digitale Grundbildung ist ein Pflichtfach an Mittelschulen und AHS-Unterstufen in Österreich. Es verbindet Medienbildung, informatische Bildung und Gestaltungskompetenz. Ziel ist, dass Jugendliche digitale Technologien verstehen, kritisch hinterfragen, verantwortungsvoll nutzen und selbst gestalten können.
Seit wann ist Digitale Grundbildung ein Pflichtfach?
Seit dem Schuljahr 2022/23. Davor war Digitale Grundbildung eine verbindliche Übung. Rechtsgrundlage ist die Lehrplan-Verordnung BGBl. II Nr. 267/2022.
Wie viele Stunden Digitale Grundbildung gibt es?
Mindestens eine Wochenstunde in jeder Klasse der Sekundarstufe I, also von der 5. bis zur 8. Schulstufe - insgesamt mindestens vier Jahreswochenstunden. Das Fach wird benotet.
Welche Kompetenzbereiche hat die Digitale Grundbildung?
Fünf: Orientierung, Information, Kommunikation, Produktion und Handeln. Jeder Bereich wird aus drei Perspektiven des Frankfurt-Dreiecks bearbeitet - technisch, gesellschaftlich und interaktionsbezogen.
Was ist das Frankfurt-Dreieck?
Ein Modell, auf dem der Lehrplan beruht. Jedes digitale Phänomen wird aus drei Blickwinkeln betrachtet: technisch-medial (wie funktioniert es?), gesellschaftlich-kulturell (was bewirkt es?) und interaktionsbezogen (wie nutze und gestalte ich es?).
Kommt Programmieren im Lehrplan der Digitalen Grundbildung vor?
Ja, im Kompetenzbereich Produktion. In der 1. Klasse geht es um Algorithmen, Sequenzen und einfache Schleifen, in der 2. Klasse um erste eigene Programme samt Fehlersuche, in der 4. Klasse um Programme mit verschachtelten Schleifen und zusammengesetzten Bedingungen. Visuelle Umgebungen wie Scratch eignen sich dafür besonders.
Ist Künstliche Intelligenz Teil der Digitalen Grundbildung?
Ja. In der 3. Klasse sollen Schüler:innen beschreiben können, wie Künstliche Intelligenz Software und Geräte steuert, in der 4. Klasse Grenzen und Möglichkeiten von KI reflektieren. Dazu kommen Daten- und Bildmanipulation, Filterblasen und Fake News.
Welche Unterrichtsmaterialien gibt es für Digitale Grundbildung?
Kostenlose Übungen bieten etwa Saferinternet.at und das Bildungsministerium. Fertige Kurse mit Erklärfilmen, Quizzen und Lernspielen gibt es über den Marktplatz Lernapps - bei der TalentsLounge das ABC der Digitalen Grundbildung, Coding & Game Design mit Scratch, KI-Grundlagen und KI-Medienbildung.
Was kosten die Kurse der TalentsLounge für Digitale Grundbildung?
11,80 € je Schüler:in als Klassenlizenz oder 1.290 € als Schullizenz, jeweils für ein ganzes Paket. Bezahlt wird aus dem Marktplatz-Budget des Bildungsministeriums; für Schule und Eltern entstehen keine Kosten. Das Lehrkräfte-Konto zum Ausprobieren ist kostenlos.
Quellen: Lehrplan BGBl. II Nr. 267/2022 · Bildungsministerium · Saferinternet.at · Lehrerweb Wien · OECD, PISA 2025, eingeordnet in PISA 2025: Was die Ergebnisse für digitale Bildung bedeuten. Stand: 13. September 2026.