PISA 2025: Was die Ergebnisse für digitale Bildung bedeuten
Fünf Ergebnisse, vier Kompetenzen, ein Weg in den Unterricht - in fünf Minuten gelesen.
Die OECD hat PISA 2025 veröffentlicht. Die Studie zeigt: Digitale Bildung entsteht nicht dadurch, dass Jugendliche Geräte oder KI benutzen - sondern dadurch, was sie damit tun. Dieser Beitrag fasst die fünf wichtigsten Ergebnisse zusammen und zeigt, welche vier Kompetenzen daraus für den Unterricht folgen.
Am 8. September 2026 hat die OECD die Ergebnisse von PISA 2025 veröffentlicht - 760.000 Schüler:innen in 91 Ländern, in Österreich 6.987 an 256 Schulen. Österreich liegt in allen vier getesteten Bereichen über dem OECD-Schnitt. Die eigentliche Nachricht steht aber nicht in der Rangliste, sondern in dem, was der Bericht über das Lernen selbst herausgefunden hat.
Österreich in drei Zahlen
- 497: Punkte in Naturwissenschaft - OECD-Schnitt: 482
- 467: Punkte im Lesen - über OECD (461), aber 13 weniger als 2022
- 509: Punkte im neuen Bereich digitales Problemlösen - OECD: 500
Die fünf Ergebnisse im Überblick
Die Lust am Lernen bröckelt - überall gleichzeitig (60: Bildungssysteme mit sinkender Lernfreude. Steigend: keines.)
OECD-weit finden 57 % es nicht langweilig, Neues zu lernen. Seit 2022 ist dieser Anteil in 60 Systemen gesunken, in 30 davon um mehr als zehn Prozentpunkte. Wo das Engagement fällt, fällt auch die Leseleistung. Motivation ist in PISA ein Ergebnis, kein weicher Nebenschauplatz.
Beim Lesen fehlt genau das, was die KI-Zeit verlangt (28: Punkte weniger im Lesen seit 2015 - rund eineinhalb Lernjahre)
Zurück gehen vor allem: Informationen bewerten, mehrere Quellen verbinden, kritisch prüfen. Der Anteil der hastigen Leser:innen hat sich seit 2018 fast verdoppelt. Wer einen Text nicht prüfend liest, übernimmt auch eine KI-Antwort ungeprüft. Leseförderung ist damit ein Stück KI-Kompetenz.
KI ohne Anleitung schadet. KI mit Anleitung hilft. (Anleitung: der einzige Unterschied zwischen den beiden Gruppen im Bericht)
Wer KI zum Texteschreiben nutzt, schneidet schlechter ab als wer es lässt. Unter den Vielnutzenden aber schneiden jene besser ab, die gelernt haben, eine KI-Ausgabe zu beurteilen. Diese Gelegenheit haben laut OECD häufiger Kinder aus begünstigten Elternhäusern. KI-Kompetenz im Regelunterricht hält die neue digitale Kluft klein.
Bei Geräten entscheidet der Zweck, nicht die Menge (28 %: sitzen in fast jeder Stunde neben abgelenkten Mitschüler:innen)
Gezielte Nutzung fürs Lernen hängt mit besseren Ergebnissen zusammen. Werden dieselben Geräte in der Schule zur Freizeitnutzung, kehrt sich der Zusammenhang deutlich um. Ablenkung ist ansteckend: Wer daneben sitzt, schneidet schlechter ab und fühlt sich der Schule weniger zugehörig. Klare Handy-Regeln senken den Wert.
Digitales Problemlösen ist eine eigene Kompetenz (50 %: schaffen digitales Problemlösen UND die Grundkompetenzen)
Fast zwei Drittel erreichen OECD-weit das Niveau im neu getesteten Bereich - aber nur die Hälfte erreicht es gemeinsam mit Lesen, Mathematik und Naturwissenschaft. Ein Coding-Projekt ersetzt die Leseförderung nicht, und umgekehrt. Beides braucht seinen Platz im Stundenplan.
Lieber selbst durchklicken?
Dieselben Ergebnisse als kurze Präsentation - mit vier Fragen an Sie. Am Ende sehen Sie, wie alle anderen geantwortet haben. Dauert etwa fünf Minuten, ohne Anmeldung.
Interaktive Präsentation: https://talentslounge.com/umfrage/pisa-2025
Was daraus für digitale Bildung folgt
Quer durch alle fünf Ergebnisse steht dieselbe Aussage: Es zählt nicht, ob ein Gerät im Raum steht, sondern was daran getan wird. Jugendliche brauchen Aufgaben, in denen sie ein Problem analysieren, Informationen bewerten, eine eigene Lösung bauen und diese prüfen. Und Lehrkräfte brauchen dafür Material, das fachlich stimmt, pädagogisch aufgebaut ist und ohne große Vorbereitung in die Stunde passt. Vier Kompetenzen ergeben sich daraus - und an genau diesen vier arbeiten unsere Kurse.
Vom Problem zur eigenen Lösung
PISA prüft erstmals, wie Jugendliche Probleme mit digitalen Werkzeugen lösen: verstehen, eine Strategie entwickeln, bauen, testen, verbessern. Genau diesem Ablauf folgen unsere Kurse und Wettbewerbe. Coding ist dabei kein Selbstzweck, sondern das Werkzeug, mit dem aus einer Idee etwas Vorzeigbares wird.
KI nutzen, ohne das Denken abzugeben
Häufige KI-Nutzung allein bringt laut PISA nichts. Besser wird es dort, wo Jugendliche gelernt haben, eine KI-Ausgabe zu beurteilen. Bei uns geht es deshalb nicht nur um Prompts, sondern um die Fragen dahinter: Ist das plausibel? Wie prüfe ich das? Warum erfindet eine KI manchmal etwas?
Informationen prüfen, Manipulation erkennen
Zurückgegangen sind genau jene Lesefähigkeiten, die digital zählen: Quellen verbinden, Aussagen bewerten, kritisch nachdenken. In der KI-Medienbildung und in der Deepfake Ranger Challenge lernen Jugendliche, manipulierte Bilder, Videos und Nachrichten zu erkennen - und wie solche Inhalte Wahrnehmung steuern.
Selbstgesteuert lernen - aber nicht allein
Neugier, Ausdauer, Zielsetzung und Hilfe holen hängen laut PISA eng mit Erfolg zusammen. Selbstgesteuert heißt aber nicht allein gelassen: Bei uns arbeiten Schüler:innen im eigenen Tempo entlang klarer Lernpfade - und die Lehrkraft bleibt die pädagogische Begleitung, mit fertigem Material statt Vorbereitung.
Warum der Weg über die Schule zählt
PISA zeigt auch, dass gute digitale Lernangebote nicht bei allen Jugendlichen ankommen: Die Gelegenheit, den kritischen Umgang mit KI zu üben, haben Schüler:innen aus begünstigten Elternhäusern häufiger. Erreichen lassen sich alle nur dort, wo alle sitzen - im Regelunterricht. Über den Marktplatz Lern-Apps des Bildungsministeriums beziehen österreichische Schulen die TalentsLounge direkt für den Unterricht; die Kurse decken die Digitale Grundbildung ab und lassen sich auch fächerübergreifend einsetzen.
Was PISA nicht sagt
PISA prüft Schüler:innen, keine Lernplattformen und keine Kurse. Die Ergebnisse oben sind Zusammenhänge, keine Ursachen. Was wir daraus ableiten, ist unsere Lesart - ob ein Kurs etwas ändert, zeigt sich in der eigenen Klasse und nirgendwo sonst.
Quelle: OECD, PISA 2025 Results (Volume I): Future-Ready Students, 8. September 2026. Österreichische Ergebnisse und nationale Berichte beim IQS.